Unten findet ihr einen Briefentwurf mit Forderungen, welchen ihr an die zuständige Ausländerbehörde in Dresden schicken könnt. Mit dieser Aktion kann eure Ablehnung gegen die Abschiebungspraxis direkt den Behördenmitarbeiter_innen ausgedrückt werden. Ihr könnt diesen Brief gern individuell verändern und auch an andere Ebenen der Dresdener Stadtverwaltung schicken.

Als pdf-Dokument: Brief gegen Abschiebungen

Der Text:

Frau/Herr …
SG Ausreise- und Asylangelegenheiten
SGL Aufenthaltsbeendigende Maßnahmen und Asyl
Theaterstraße 15
Etage/Raum E/055_57
01067 Dresden

Dresden, den __.08.2012

Betreff: Abschiebung des Ehepaar D. nach Serbien

Sehr geehrte_r … ,

mit Bestürzung haben wir erfahren, dass Sie in der Nacht vom 07. auf den 08. August 2012 das Romaehepaar D. (beide 51 Jahre alt) nachts um 24 Uhr ohne Ankündigung aus dem Asylsuchendenheim in der Florian-Geyer-Straße zurück nach Serbien zwangsabgeschoben haben.

Die beiden Personen sind Angehörige der Minderheit der Roma, sie leben in ihrem Herkunftsland Serbien unter der ständigen Angst verfolgt zu werden. Ebenso konnten sie dort nie ein geregeltes Beschäftigungsverhältnis eingehen, da Roma durch antiziganistische Ressentiments an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Beide Eheleute sind sehr krank. Bei Frau D. hätte in einer Woche eine radiologische Untersuchung der Schilddrüse stattfinden sollen. Herr D. leidet unter Herzproblemen, und ist außerdem durch die Repressionen in seinem Heimatland psychisch erkrankt. Ihre Abschiebung wurde durch Ihre Behörde angeordnet, obwohl es aufgrund der schwierigen Erwerbssituation und der mangelhaften staatlichen Unterstützung in Serbien fragwürdig ist, ob Herr und Frau D. für die dringend nötige medizinische Behandlung aufkommen können.

Unter dem Eindruck der Ereignisse der letzten Woche fordern wir Sie hiermit dazu auf,

- die Gründe für die unangekündigte Abschiebung bekannt zu machen
- zu erklären, warum die Eheleute nie die Option einer freiwilligen Ausreise erhalten haben
- den beiden die Möglichkeit zu geben, in Deutschland eine ärztliche Behandlung zu bekommen
- die von den Eheleuten beantragten und ihnen zustehenden Differenzbeträge zwischen den neuen und den alten Asylbewerberleistungen für Juli und August 2012 nach zu zahlen
- keine weiteren unangekündigten Zwangsabschiebungen von Asylsuchenden mitten in der Nacht zu unternehmen
- keine weiteren Abschiebungen von Sinti und Roma in Länder Ex-Jugoslawiens mehr durchzuführen

Mit freundlichen Grüßen,