Die Gruppe Gegen Antiromaismus ist auf eine eigene Homepage umgezogen. Wir sind jetzt unter gegenantiromaismus.org zu finden.
Falls ihr uns auf eurer Seite verlinkt, bitten wir, das auf die neue Adresse zu aktualisieren.

Über uns

Die Gruppe Gegen Antiromaismus Dresden entstand im Jahr 2013. Anlass waren die antiromaistischen Ausschreitungen in Tschechien, zu denen es nur 50km Luftlinie von Dresden entfernt seit einigen Jahren regelmäßig kommt. Für uns ist klar, dass Solidarität nicht an der Staatsgrenze aufhören kann. Und so versuchen wir seit dieser Zeit in enger Zusammenarbeit mit Menschen aus der Tschechischen Republik – Rom*nja wie Nicht-Rom*nja – dem wachsenden Antiromaismus etwas entgegenzusetzen. Wir fahren z.B. gemeinsam auf Gegendemonstrationen, auch haben wir einen Vortrag zu den Ereignissen in Tschechien organisiert und ein Konzert mit Hip-Hop-Bands von dort veranstaltet. Die Region Usti nad Labem und die Zusammenarbeit mit unseren Partner_innen dort ist weiterhin ein Schwerpunkt unserer Gruppe. Wir wollen uns darüber hinaus in Zukunft aber auch mehr mit der Situation diesseits der Grenze auseinandersetzen, Kontakte knüpfen und uns solidarisch zeigen.

Bei Fragen kontaktiert uns unter solidarity_not_charity [at] riseup.net
Hier sind wir auf facebook zu finden

Nachfolgend dokumentieren wir einen Teil unserer bisherigen Aktivitäten:

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Aktuelles

Erinnerung, Verantwortung, Wiedergutmachung?! – Bedeutet mindestens ein dauerhaftes Bleiberecht

Im folgenden dokumentieren wir den Redebeitrag, den wir auf der „Solidarity without limits“-Demonstration am 06.02. gehalten haben:

Am 27. Januar jährte sich zum 71. mal die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee. Bis heute wird der Verfolgungsgeschichte der europäischen Roma und Sinti zu wenig Raum in der bundesdeutschen Gedenkkultur eingeräumt. Die Ermordung von etwa 500.000 Roma und Sinti durch die Nationalsozialisten wird auch als „vergessener Holocaust“ bezeichnet. Die Anerkennung dieses Völkermordes durch die Bundesregierung hat erst rund 40 Jahre nach Kriegsende stattgefunden – und auch nur deshalb, weil es sich Sinti und Roma erkämpft haben. Einen Wandel im Bewußtsein der europäischen Mehrheitsgesellschaften hat dies allerdings nicht herbeigeführt.
Roma sind die am stärksten von Diskriminierung betroffene Personengruppe, in ganz Europa, auch in Deutschland. Und das wird besonders deutlich in der aktuellen Flüchtlings- und Abschiebepolitik. Dass die Feindschaft gegenüber Romnj_a tatsächlich prüfungswürdig und ein Asylgrund sein müsste, ist das eine. Über die Ausgrenzung und Diskriminierung müssen wir heute nicht sprechen, denn vielen von Euch ist das bekannt. Aber sie findet nicht nur im Kosovo, Serbien oder Ungarn statt! Die Konstruktion der „sicheren Herkunftsländer“ ist eine diskriminierende Ausgrenzung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft. Sie verhindert kollektiv die Möglichkeit einer realistischen Prüfung von möglichen Asylgründen und hebelt damit das Grundrecht auf Asyl aus. Die Frage danach, mit welchem Recht sich dieser Staat erdreistet, Menschen zu verbieten, in dieses Land zu kommen: Es ist schlicht das Recht des Stärkeren! Völlig willkürlich werden ganze Regionen als „sichere Herkunftsstaaten“ definiert. Völlig willkürlich werden mit kriminellen Regierungen wie der im Kosovo, in der Türkei oder im Sudan so genannte Rücknahmeabkommen geschlossen. Was hat das mit Menschenrechten, Recht auf Asyl oder Demokratie zu tun? Demokratisch wäre es, wenn Menschen selbst entscheiden können, wo sie leben möchten! Stattdessen fordern Rechte »eine Volks-Demokratie« ein, die nichts anderes bedeuten soll, als Stärke zu demonstrieren. Die Sammelabschiebungen von Menschen aus vermeintlich „sicheren Herkunftsstaaten“ sind politisches Kanonenfutter. Auf Kosten von Menschen wird versucht, die „rechten Wogen“ zu glätten. Viele der von dieser Abschiebepolitik Betroffenen – auch Roma-Familien in Sachsen – wünschen sich krank zu sein und schädigen sich selbst, um hier bleiben zu können. Viele von ihnen sind Kinder. Es ist keine große Kunst da Stärke zu demonstrieren…

Deshalb fordern wir:

Den sofortigen Stopp von aller Abschiebungen!
Die Aufhebung der Konstruktion der „sicheren Herkunftsstaaten“!
Ein dauerhaftes Bleiberecht für alle, die hier leben wollen!

Bleiberecht für die Familien im Hamburger Michel

Folgender offener Brief wurde am 05. Oktober 2015 von der Gruppe Gegen Antiromaismus verschickt. Er kann weiterhin durch eine Email an solidarity_not_charity [at] riseup.net unterzeichnet werden. Alle Unterzeichner_innen sind hier zu finden.

Offener Brief an die Hamburger Bürgerschaft und den Hamburger Senat,
den Ersten Bürgermeister Herrn Olaf Scholz, Herrn Innensenator Michael Neumann und Frau Sozialsenatorin Melanie Leonhard,
Vertreter und Vertreterinnen der Hamburger Presse,

Seit dem 17.09.2015 wehren sich mehrere Roma-Familien in der Hamburger Sankt-Michaelis-Kirche gegen ihre Abschiebung. Es ist ihr letztes Mittel, alle rechtlichen Möglichkeiten sind ausgeschöpft, alle Eilanträge abgelehnt. Das Leben in den Abschiebeländern ist für sie ganz offensichtlich keine Option. Dennoch sollen sie in vermeintlich „sichere Herkunftsstaaten“ wie Mazedonien, Serbien und Bosnien abgeschoben werden.

Die offen rassistische Diskriminierung, Ausgrenzung und Vertreibung von Roma im sogenannten „Westbalkan“ wird bislang nicht als Fluchtgrund anerkannt, ja nicht einmal geprüft [1]. Stattdessen wird in diesem Kontext diffamierend von „Wirtschaftsflüchtlingen“ gesprochen, eine Unterscheidung in „richtige und „falsche“ Flüchtlinge vorgenommen. Sehr bedenklich finden wir die Einrichtung von besonderen „Erstaufnahmelagern“ (Angela Merkel) oder gar die Rede von einer „Konzentration“ dieser Menschen (Horst Seehofer, Markus Ulbig).
Sieht man nun, dass es sich bei diesen Geflüchteten vor allem um Roma handelt, dann wird uns schlecht. Roma wurden in ganz Europa seit 600 Jahren nahezu ununterbrochen diskriminiert, entrechtet und verfolgt. Mörderischer Höhepunkt dessen war die Vernichtung von schätzungsweise 500.000 Sinti und Roma in den Konzentrationslagern des nationalsozialistischen Deutschlands. 70 Jahre danach sind die Parallelen zur aktuellen Situation von Roma alarmierend. Sie alle kennen die Berichte der OSZE, von Human Rights Watch, Amnesty International oder dem UNHCR: Für Angehörige der Roma gibt es keine „sicheren Herkunftsländer“. Dies heißt bspw. im Westbalkan konkret: kein gesicherter Zugang zum Wohnungsmarkt, häufig ohne Versorgung mit Strom und fließendem Wasser, Ausschluss vom Arbeitsmarkt, kein Zugang zur Gesundheitsversorgung, extrem erschwerter Zugang zu Bildung, kein Schutz durch Justiz und Polizei, oft sogar behördliche Schikanierung bis hin zu körperlicher Gewalt durch die Polizei [2].

Mitten in Europa existiert ein funktionierendes System der „Apartheid“ (Rudko Kawczynski, Rom und Cinti Union Hamburg), unter dem 12 Millionen Mitbürger und Mitbürgerinnen zu leiden haben. Zusammengenommen ist die europäische Roma-Bevölkerung klar von gruppenspezifischer Verfolgung betroffen. Diese Zustände sind alles andere als „sicher“.
Darüber hinaus ist es fraglich, überhaupt von „Herkunftsländern“ zu sprechen, angesichts der Tatsache, dass viele deutlich mehr als 20 Jahre hier gelebt haben, gar teilweise hier geboren wurden. Deutschland hat aufgrund seiner NS-Geschichte eine besondere Verantwortung gegenüber Roma.

Wir wollen, dass die Bundesrepublik Deutschland Menschen Schutz bietet, die Schutz suchen.
Eine Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 3 AufenthG ist für die Familien im Hamburger Michel das Mindeste. Ihre Verfahren sollen und müssen geprüft werden, wie jedes andere auch. Und dann muss klar sein: Die offen rassistische Diskriminierung, Ausgrenzung und Vertreibung von Roma im sogenannten „Westbalkan“ muss als Fluchtgrund anerkannt werden!

[1] Gutachten, das der aktuellen Verfassungsbeschwerde gegen die Einstufung der Länder Serbien, Mazedonien und
Bosnien-Herzegowina als „sichere Herkunftsländer“ zugrunde liegt:
http://norman-paech.de/app/download/5801438372/VB-Einstufungsgesetz-final.pdf
[2] Wenn Sie sich näher über die Situation von Roma in Serbien und Kosovo informieren wollen, sind die Informations-Broschüren der Kampagne „alle bleiben!“ eine gute Wahl: Serbien, Kosovo

Gruppe Gegen Antiromaimus! Dresden
im Netzwerk Asyl Migration Flucht (NAMF) Dresden

Offener Brief an alle Mitglieder des Deutschen Bundestages

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute sollen Sie über eine von der Bundesregierung vorgelegte Gesetzesinitiative abstimmen, welche unter anderem vorsieht, Albanien, Kosovo und Montenegro als sogenanntes „sicheres Herkunftsland“ zu bestimmen. In den vergangenen Wochen und Monaten wird zunehmend – angesichts stark steigender Zahlen von Flüchtenden – in vermeintlich „richtige“ und „falsche“ Flüchtlinge unterschieden. So wird z.B. Flüchtenden aus Syrien das Recht auf Asyl zuerkannt und sie werden von großen Teilen der Gesellschaft „willkommen“ geheißen. Demgegenüber werden Menschen aus den Ländern des sog. „Westbalkan“ als bloße „Wirtschaftsflüchtlinge“ diffamiert, die keine echten Fluchtgründe vorzuweisen hätten.

Dies soll nun pauschal in Gesetz gegossen werden, die Liste der sogenannten „sicheren Herkunftsländer“ um Albanien, Kosovo und Montenegro erweitert werden. Tatsächlich aber ist die Definition eines solchen „sicheren Herkunftslandes“ bloße Fiktion. Sie hilft bei einfacher Erledigung des Asylverfahrens und schneller Abschiebung, ohne auf die vorgetragenen Fluchtgründe individuell eingehen zu müssen. Asylsuchende aus diesen Ländern sollen gar nicht mehr auf die Kommunen verteilt, sondern in besonderen „Erstaufnahmelagern“ (Angela Merkel) untergebracht werden. Von mehreren Politikern, wie Horst Seehofer und Markus Ulbig, wurde in dem Kontext gar von einer „Konzentration“ dieser Menschen gesprochen. So will man der sog. „Flüchtlingswelle“ Herr werden. Mit der beabsichtigten Verschärfung des Asylrechts würde die Politik nur vor dem Druck des rechten Stammtisches zurückweichen.

Bedenkt man, dass mindestens ein Drittel der Flüchtlinge aus den betroffenen Staaten der Gruppe der Roma angehören [1], dann wird uns schlecht. Roma wurden in ganz Europa seit ihrer Ankunft vor mehr als 600 Jahren nahezu ununterbrochen verfolgt und diskriminiert. Mörderischer Höhepunkt dessen war die Massenvernichtung von schätzungsweise 500.000 Roma in den Konzentrationslagern des nationalsozialistischen Deutschlands. 70 Jahre danach sind die Parallelen zur aktuellen Situation von Roma alarmierend. Sie sind nahezu überall in Europa fortdauernder Diskriminierung und Ausgrenzung in allen Lebensbereichen ausgesetzt; für die Staaten des Westbalkans heißt dies konkret: kein Zugang zum Wohnungsmarkt, häufig ohne Versorgung mit Strom und fließendem Wasser, Ausschluss von Arbeitsmarkt, kein Zugang zu Gesundheitsversorgung, extrem erschwerter Zugang zu Bildung, kein Schutz durch Justiz und Polizei, oft sogar behördliche Schikanierung bis hin zu körperlicher Gewalt durch die Polizei [2]. In der Slowakischen Republik ist man sogar dazu übergegangen, Siedlungen von Roma tatsächlich durch Segregationsmauern zu umgeben.Zusammengenommen ist die europäische Roma-Bevölkerung klar von gruppenspezifischer Verfolgung betroffen. In einigen Staaten, gerade im „Westbalkan“, ist ihre Lage überdies von wesentlichen Merkmalen des LAGERS gekennzeichnet: völlig ausgeschlossen und entrechtet. Mitten in Europa existiert ein funktionierendes System der Apartheid, unter dem etwa 15 Millionen Mitbürger_innen zu leiden haben.

Deutschland hat aufgrund seiner Geschichte eine besondere Verantwortung gegenüber Roma. Sämtliche Berichte zeigen: es gibt kein „sicheres Herkunftsland“ für Roma in Europa. Dieser Verantwortung – endlich – tatsächlich gerecht zu werden, bedeutet konkret: keine Abschiebung von geflüchteten Roma, unabhängig von ihrem „Herkunftsland“ und Garantie eines dauerhaften Bleiberechts in Deutschland.

Nehmen Sie heute diese Verantwortung wahr – stimmen Sie gegen die Asylrechtsverschärfung.

Mit freundlichen Grüßen,
Gruppe ‚Gegen Antiromaismus‘ Dresden

[1] http://www.frsh.de/fileadmin/pdf/presseerklaerungen/2015/Anteil_Roma_Asylbew.Balkan_6-2015.pdf

[2] Wenn Sie sich näher über die Situation von Roma in Serbien und Kosovo informieren wollen, sind die Informations-Broschüren der Kampagne „alle bleiben!“ eine gute Wahl:
Serbien: http://www.alle-bleiben.info/wp-content/uploads/2014/03/serbien_2013_web.pdf
Kosovo: http://www.alle-bleiben.info/wp-content/uploads/2014/12/kosovo_web.pdf

Solidarische Grüße der Teilnehmenden der Herbstschule „NEIGHBOURS IN THE HOOD“

Die Teilnehmenden der Herbstschule „NEIGHBOURS IN THE HOOD“ – Antiromaismus und Self-Empowerment solidarisieren sich mit den Besetzer_innen der Sankt Michaelis Kirche in Hamburg, mit der sie gegen ihre drohende Abschiebung protestieren. Viel Kraft und Durchhaltevermögen – Abschiebestop jetzt!

Solidaritätsaktion der Herbstschule für die Besetzer_innen des Hamburger Michel

Konzentrier‘ dich doch selbst, Deutschland!
Gegen Geschichtsvergessenheit – Keine Sonderlager für Balkan-Flüchtlinge – Bleiberecht für Romnja und Roma!

Dresden, 25.09.2015

In den vergangenen Wochen sprachen sich immer mehr Politiker_innen scheinbar ohne größere Bedenken für eine „Konzentration“ Geflüchteter aus den sogenannten Balkanstaaten in „speziellen Einrichtungen“ aus. Betroffen sind davon überwiegend Menschen, die der Minderheit der Roma angehören. Der sächsische Innenminister Markus Ulbig wollte eine „Konzentration“ von Geflüchteten aus dem Balkan im Rahmen eines „Pilotprojekts“, um diese schneller wieder abschieben zu können. Menschen, die wegen ihres „Herkunftslandes mit nahezu 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit“ wieder in ihre Heimat zurückkehren müssten, sollen an „bestimmten Standorten konzentriert werden“, so Ulbig Anfang August diesen Jahres. Auch der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, befürwortete die Unterbringung von Menschen aus dem sogenannten Westbalkan in gesonderten Zentren, um sie schneller abschieben zu können. Über eine solche Konzentration könnten die Asylverfahren schneller abgeschlossen werden, äußerte sich Glück gegenüber dem Deutschlandfunk. Geradezu zynisch wird es, wenn Glück die Beschneidung von Rechten und Abschiebungen im Schnellverfahren als „christlich“ bezeichnet und der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer hierin eine „Lösung gegen Rechtsradikalismus“ zu erblicken vermag: Den besten Schutz vor Rechtsradikalismus würde eine „Lösung von Problemen, die viele Menschen bewegen“ bieten. „Wir stehen für Humanität und Solidarität gegenüber Schutzbedürftigen“, sagte Seehofer. „Wir wollen aber auch sehr konsequent ein schwerwiegendes Problem angehen und den massenhaften Asylmissbrauch bei Flüchtlingen vom Westbalkan zurückdrängen. 40 Prozent der Asylbewerber kommen aus dieser Region – und die Anerkennungsquote liegt bei null.“

Was war der Grund für diese Äußerungen? Die Zahl der prognostizierten Geflüchteten, die einen Antrag auf Asyl in Deutschland stellen würden, wurde erhöht. Doch massenhafte Aktionen, Kundgebungen, Demonstrationen auch von vielen zivilgesellschaftlichen Akteuren haben gezeigt, dass nicht nur rechte Strukturen unterwegs sind. Viele Menschen haben ihre Solidarität bekundet. Von den Helfenden und Aktivist_innen wird unseres Wissens nach nicht gefragt, woher Leute kommen. Gefordert wird Hilfe und Schutz, aber auch ein Bleiberecht für alle und eine Perspektive für Geflüchtete. Die Gemengelage ist nicht mehr so einfach wie zu Beginn der 1990iger Jahre, denn viele Menschen sagen „Refugees welcome“. Das wirft also die Frage auf, warum Menschen aus dem Balkan im Gegensatz zu solchen aus Syrien oder Eritrea ein Problem seien. Die These: es sind Rom_nja.

Der sächsische Innenminister erklärt: „35% aller neuen Asylbewerber in Sachsen kommen aus dem Kosovo, Albanien oder Serbien – sie haben keine Chance auf Asyl. Mein Ziel ist es, dass sie sich gar nicht erst auf den Weg machen.“ Es spricht jedoch einiges dafür, dass sich die Menschen, und vor allem Rom_nja vom Balkan aus handfesten Gründen und mit gutem Recht auf den Weg machen.

Na bister 500.000* – Geschichtsvergessenheit

Die Diskussion um die „Konzentration“ der vermeintlich „falschen Flüchtlinge“ in „Sonderlagern“ begann um den 2. August, ohne Rücksicht auf den internationalen Gedenktag für Rom_nja, die in Auschwitz gefoltert, erschossen und vergast worden sind.
Während des Nationalsozialismus wurde das Königreich Jugoslawien zerschlagen, durch die deutsche Wehrmacht okkupiert und mit Hilfe von Kollaborateur_innen bereits 1942 verkündet: „Serbien ist judenfrei“. Gemeinsam mit Jüdinnen und Juden, die u.a. im KZ Sabać bei Belgrad inhaftiert waren, waren Rom_nja die Opfer von Geiselerschießungen der Deutschen Wehrmacht im Herbst 1941. Allein in diesem Herbst hatten die Deutschen in Serbien zwischen 20.000 und 30.000 Menschen getötet, darunter sämtliche erwachsenen männlichen Juden und Roma. Frauen und Kinder wurden unter folgender Begründung in das KZ Sajmiste-Semlin bei Belgrad deportiert: „Sämtliche Juden und Zigeuner werden in ein Konzentrationslager bei Semlin überführt […] Sie waren nachweislich Träger des Nachrichtendienstes der Aufständischen“. Im Frühjahr 1942 wurden sie im Gaswagen ermordet. Die Deutschen hatten in den Roma-Vierteln Semlin bei Belgrad, in Sabać und Crveni Krst bei Nis Konzentrationslager unterhalten. Über 120.000 Menschen wurden inhaftiert, die meisten von ihnen Juden und Jüdinnen und Roma. Auch im Ustascha-Staat Kroatien wurden sie massenhaft Opfer von Erschießungen. Die Überlebenden schlossen sich später Titos Partisanenarmee an, um gegen die deutsche Wehrmacht zu kämpfen.
Insgesamt fielen dem nationalsozialistischen Vernichtungswahn mindestens 500.000 Roma und Sinti aus ganz Europa zum Opfer.

Als sich im Jahr 1999 die rot-grüne Regierung an der NATO-Operation „Allied Force“ beteiligte, einer „humanitären Intervention“ zugunsten unterdrückter Albaner_innen im Kosovo, wurde der Konflikt als einer zwischen Serb_innen und Kosovo-Albaner_innen besprochen. Das Eingreifen der NATO wurde mit der Verhinderung eines „neuen Auschwitz“ (Josef Fischer) begründet. Rom_nja wurden jedoch von beiden Seiten enteignet, attackiert und vertrieben. Die Pogrome und systematischen Vertreibungen aus dem Kosovo auch nach den NATO-Interventionen waren kein Thema und bis heute wurden die Täter_innen nicht belangt. Viele von ihnen flüchteten in die Bundesrepublik und blieben teilweise mehr als 20 Jahre hier. Im Jahr 2010 schloss die Bundesrepublik Deutschland ein Rücknahmeabkommen mit dem kosovarischen Staat ab und schiebt seitdem kontinuierlich Rom_nja in den Kosovo ab. Viele Kinder sind in Deutschland geboren, sprechen deutsch, sind hier ausgebildet und sozialisiert. Würde die Bundesrepublik die Staatsbürgerschaft nicht weiterhin nach dem rassistischen „Blutrecht“, dem Abstammungsprinzip erteilen, wären sie Deutsche. Stattdessen werden sie in ein Land abgeschoben, aus dem ihre Eltern einst flüchteten und in das sie erst vor wenigen Jahren zurück kehrten mussten. Viele Familien stehen vor dem nichts. Die ehemaligen Täter_innen wurden nicht angeklagt, Enteignungen nicht rückgängig gemacht. Die Schulausbildung ist zu teuer und ein Sozialsystem gibt es so gut wie gar nicht.

Armut kommt nicht aus dem Nichts

Nur am Rande sei bemerkt, dass das seit 2008 anerkannte „unabhängige Kosovo“ nicht besonders unabhängig ist. Die ökonomische Struktur basierte vor allem auf familiären und genossenschaftlichen Kleinbetrieben, die „Gesellschaftseigentum“ waren, und von den Arbeitenden selbst verwaltet wurden. Diese werden seit 2002 von der Kosovo-Treuhandgesellschaft verwaltet, die unter anderem für die Privatisierung dieser Betriebe zuständig ist. Auch deutsche Akteure haben, wie in ganz Osteuropa, hiervon profitiert. Die neoliberal organisierte wirtschaftlichen Übernahme der Länder der ehemaligen Sowjetunion zog eine massive Verarmung vor allem von Rom_nja nach sich. In vielen Ländern werden sie systematisch von Bildung und Arbeitsplätzen ausgegrenzt, leben in segregierten Stadtvierteln oder in Slums. Von Verfolgung, Verteibungen und offener Gewalt bis hin zum Mord sind sie nach wie vor betroffen. Aufgrund eines strukturellem und offenen Antiromaismus sind sie in existentiellem Ausmaß von Armut betroffen.

Genau diese Armut wird thematisiert. Woher sie kommt, allerdings nicht. Geredet wird von sogenannten „Wirtschaftsflüchtlingen“. Der historische Kontext wird ignoriert und beschwiegen. Entschädigungszahlungen an Rom_nja für die Verbrechen im Nationalsozialismus? Es gab so gut wie keine. Würde sich Deutschland seiner historischen Verantwortung stellen, würde es Rom_nja, die hier Schutz suchen, ein sicheres Leben bieten. Die sofortige Anerkennung eines dauerhaften Bleiberechtsstatus von Rom_nja ist vor diesem Hintergund eine Mindestforderung und würde nebenbei die so genannte Blockade des Asylsystems schneller lösen, als „Pilotprojekte“ zur „Konzentration“ von Geflüchteten aus vermeintlich sicheren Herkunftsstaaten.

* Romanes : Don‘t forget the 500,000

Gruppe Gegen Antiromaismus solidarisiert sich mit den Besetzer_innen in Hamburg
Die Dresdner Gruppe Gegen Antiromaismus sendet solidarische Grüße an die Besetzer_innen der Sankt Michaelis Kirche in Hamburg. Vor dem Festspielhaus Hellerau, auf dem Rudolfstraßenfest und vor dem Kosmotique schlossen sich verschiedene Menschen unserem Protest an:



Spendenaufruf

Seit einem guten Jahr versuchen wir als Soligruppe von Antiromaismus betroffene Menschen zu unterstützen. Anlass für die Gründung waren die antiromaistischen Ausschreitungen in Tschechien, zu denen es nur 50km Luftlinie von Dresden entfernt seit einigen Jahren regelmäßig kommt. Für uns ist klar, dass Solidarität nicht an der Staatsgrenze aufhören kann. Und so versuchen wir seit dieser Zeit in enger Zusammenarbeit mit Menschen aus der Tschechischen Republik – Rom*nja wie Nicht-Rom*nja – dem wachsenden Antiromaismus etwas entgegenzusetzen.

Die Situation der Rom*nja in der Tschechischen Republik ist kritisch. Alle öffentlichen Meinungsumfragen zum Thema zeigen, dass die Mehrheit der Tschech*innen starke Vorurteile gegen Romn*ja hegt und eine deutliche Anti-Roma Einstellung vertritt, so dass Antiziganismus und Antiromaismus dominieren. Rom*nja werden auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt, im Schulsystem und in anderen Bereichen ihres Lebens diskriminiert. Dieser Status quo dauert seit dem Zusammenbruch des Sozialismus an und verschlimmert sich in Zeiten der ökonomischen Krise erheblich.

Die fehlende Erinnerung an den Porajmos, den nationalsozialistischen Genozid an Rom*nja und Sint_ezze, ist ein Teil des Problems. Auch in Tschechien wurde bereits vor der Besetzung durch Nazideutschland eine antiziganistische Diskriminierungspolitik betrieben. Unter deutscher Besatzung wurden eigene KZs für sogenannte “Zigeuner” eingerichtet. Wie in Deutschland wurde die rassistische Komponente dieser Kriminalisierungspolitik lange nicht anerkannt. Vielmehr wurden Entschädigungsansprüche der Betroffenen in der postnationalsozialistischen Gesellschaft abgelehnt mit der Begründung, dass es sich hierbei nicht um eine rassistisch motivierte Verfolgungspraxis, sondern lediglich um Kriminalitätsbekämpfung gehandelt habe.

In Lety u Písku, 80 Kilometer südlich von Prag, befand sich ein solches Konzentrationslager, in dem Romn*ja inhaftiert wurden. Es wurde 1939 von den tschechischen Behörden als sogenanntes Strafarbeitslager eingerichtet und wandelte sich unter der deutschen Besatzung zu einem Konzentrationslager, in dem ganze Familien unter katastrophalen Bedingungen interniert wurden. Der Tod von mindestens 400 Menschen wurde unter der Lagerleitung von Josef Janovský, einem fanatischen Antiziganisten, gezielt herbeigeführt. Wieviele dort tatsächlich starben, kann nur eine archäologische Untersuchung klären. Die Überlebenden wurden nach dem sogenannten Auschwitz-Erlass Ende 1942 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Im Jahr 1973 wurde in der ČSSR eine industrielle Schweinemastanstalt auf dem Gelände des einstigen Lagers in Lety errichtet. Diese Farm existiert bis heute und ist nach wie vor in Betrieb. Die ČSSR hat 1975 die Schlussakte von Helsinki unterzeichnet, in der vereinbart wurde, die Gelände des Holocaust zu Orten des Gedenkens und der Ehrfurcht zu machen. Trotzdem suhlen sich bis heute Schweine direkt an dem Ort, an dem Romnja und Roma ermordet und gefoltert wurden.

Durch den Zusammenbruch des Sozialismus 1989 ergaben sich ideale Bedingungen für die Schließung der staatseigenen Schweinemastanstalt in Lety. Sie wurde aber nicht geschlossen, sondern privatisiert. Erst als 1994 zufällig Originaldokumente aus dem Lager auftauchten und veröffentlicht wurden, setzte eine Debatte um die historische Bedeutung des Ortes ein. Seitdem werden die wechselnden tschechischen Regierungen von verschiedenen Romaverbänden, EU und UNO unter Druck gesetzt, die Farm zu kaufen, sie zu schließen, sie von Schweinemist zu reinigen und ein würdevolles Denkmal für die Opfer auf dem Gelände zu errichten. Außer Versprechungen und symbolischen Aktionen geschah jedoch nichts – es wurde lediglich neben der stinkenden Schweinemastanstalt ein Denkmal errichtet. Teilweise wird von tschechischen Politiker*innen und Historiker*innen sogar bestritten, dass es sich bei Lety um ein “richtiges KZ” handelte, um u.a. die Verantwortung über das Fortbestehen der Schweinefarm von sich zu weisen.

Die Roma-Initiative Konexe aus Usti nad Labem hat im Frühjahr 2014 eine neue Kampagne mit dem Ziel initiiert, dass die Schweinemastanlage geschlossen und auf dem Gelände eine würdige Gedenkstätte errichtet wird. Im März 2015 wollen wir gemeinsam mit Konexe eine größere Infotour durch Deutschland machen, auf der über Lety, den Porajmos und den Umgang mit diesem Thema in der tschechischen Gesellschaft informiert wird. Ziel ist es, auch von Deutschland aus den Druck zu erhöhen.

Die Infotour, die monatlichen Kundgebungen und Blockaden in Lety, sowie die Demonstation in Berlin wird im nächsten halben Jahr den Hauptteil unserer Arbeit ausmachen. Um sie jedoch zu ermöglichen und auch den tschechischen Aktivist*innen die Tour durch Deutschland zu finanzieren, brauchen wir Geld. Jeder Euro hilft uns dabei, dieses Ziel umzusetzen.

Spenden bitte auf folgendes Konto:
kosmotique e.V.
GLS Gemeinschaftsbank e.G.
BIC: GENODEM1GLS
IBAN: DE83430609671130360500
Betreff: Lety

Oder unterstützt uns im Rahmen unserer Crowdfundingkampagne.
Auch Kleiderspenden für den kommenden Winter können weiterhin gerne in der kosmotique abgegeben werden.

kosmotique e.V.
Martin-Luther-Str. 13
01099 Dresden
geöffnet jeden Mittwoch ab 20 Uhr

Soligruppe gegen Antiromaismus Dresden
solidarity_not_charity [at] riseup.net

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Presse und Texte

** Pressemitteilung: Serbien, Bosnien und Mazedonien sind keine sicheren Herkunftsländer!
** Addn.me Artikel: „Heute haben wir gesiegt“ – Der 1. Mai in Usti
** Aufruf zum 1. Mai in Usti: Grenzenlose Solidarität statt beschränktem Nationalismus!
** Artikel der Soligruppe in Analyse und Kritik (ak 593) Antifaschistische Selbsthilfe

Serbien, Bosnien und Mazedonien sind keine sicheren Herkunftsländer!

Ge­mein­sa­me Pres­se­er­klä­rung von Ro­ma­no Sum­nal e.V. (säch­si­scher Ro­ma­ver­ein, Leip­zig), So­li­da­ri­täts­grup­pe gegen An­ti­ro­mais­mus (Dres­den) und Leip­zig Kor­rek­tiv (Leip­zig)
18. Sep­tem­ber 2014

Ser­bi­en, Bos­ni­en und Ma­ze­do­ni­en sind keine si­che­ren Her­kunfts­län­der!

Am heu­ti­gen Frei­tag ent­schei­det der Bun­des­rat über eine Än­de­rung des Asyl­rechts, durch die Bos­ni­en-​Her­ze­go­wi­na, Ser­bi­en und Ma­ze­do­ni­en zu „si­che­ren Her­kunfts­län­dern“ er­klärt wer­den sol­len. Diese Än­de­rung würde es mög­lich ma­chen, Asyl­su­chen­de aus den ge­nann­ten Län­dern pau­schal ab­zu­schie­ben, ohne ihre An­trä­ge zu prü­fen. Leid­tra­gen­de wer­den in ers­ter Linie Roma sein.

Zahl­rei­che Gut­ach­ten und Re­por­ta­gen1 haben in den letz­ten Mo­na­ten ge­zeigt, dass die Län­der des West­bal­kans kei­nes­falls si­cher für die dort le­ben­den Roma sind. Sie sind ras­sis­ti­schen Über­grif­fen aus­ge­setzt, haben keine Per­spek­ti­ven auf dem Ar­beits­markt und sind in Po­li­tik wie Ver­wal­tung un­ter­re­prä­sen­tiert. Roma, die oft jahr­zehn­te­lang in Deutsch­land ge­lebt haben und nun dort­hin ab­ge­scho­ben wur­den, ste­hen meist vor dem Nichts.

Aber darum ging es bei der Ent­schei­dung von CDU, CSU und SPD auch nicht. Die Ver­schär­fung des Asyl­rechts ist Folge einer me­dia­len Hetz­kam­pa­gne gegen „So­zi­al­tou­ris­mus“ und „Asyl­miss­brauch“, die an­ti­ro­mais­ti­sche Ste­reo­ty­pe auf­greift und be­dient. In Wahl­kämp­fen wird mit die­sen Stim­mung ge­macht, an­statt sie zu be­kämp­fen. Dabei sind die Zah­len alar­mie­rend: Ein Drit­tel aller Deut­schen äu­ßer­te in einer Stu­die, die von der An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs­stel­le des Bun­des her­aus­ge­ge­ben wurde, dass sie Roma als Nach­barn „eher oder sehr un­an­ge­nehm“ fän­den.2

„Die Bun­des­re­gie­rung muss sich ihrer Ver­ant­wor­tung end­lich be­wusst wer­den und die Eu­ro­päi­schen Roma im Kampf um ihre Rech­te un­ter­stüt­zen an­statt mit Ge­set­zes­ent­wür­fen, wie dem ak­tu­el­len, nur wei­ter an der Un­ter­drü­ckung der Men­schen zu ar­bei­ten“, er­klärt Gjul­ner Sejdi, Vor­sit­zen­der des säch­si­schen Ro­ma­ver­eins Ro­ma­no Sum­nal e.V.“

San­dra Meier von der Dres­dner So­li­da­ri­täts­grup­pe gegen An­ti­ro­mais­mus ap­pel­liert: „Wir for­dern die säch­si­sche Staats­re­gie­rung auf, dem Ge­setz nicht zu­zu­stim­men. Asyl­su­chen­de aus Ser­bi­en, Ma­ze­do­ni­en und Bos­ni­en kom­men nach Deutsch­land, weil sie dort nicht si­cher sind. Au­ßer­dem for­dern wir die säch­si­schen Grü­nen auf, auf ihre Par­tei­kol­le­g_in­nen in an­de­ren Bun­des­län­dern ein­zu­wir­ken, dass sie dem Ge­setz nicht zu­stim­men.“ Meier wei­ter: „Gegen an­ti­ro­mais­ti­sche Ein­stel­lun­gen in der Ge­sell­schaft muss mehr getan wer­den.“

  1. Für einen ers­ten Ein­stieg: http://​www.​alle-​blei­ben.​info/​sichere-herkunftslaender-ein-schlag-ins-gesicht-fuer-verfolgte-roma/​ ; http://​www.​proasyl.​de/​de/​presse/​detail/​news/​von_​wegen_​sichere_​herkunftsstaaten/​ [zurück]
  2. http://​www.​spiegel.​de/​politik/​deutschland/​roma-und-sinti-studie-ueber-antiziganismus-in-deutschland-a-989616.​html [zurück]

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„Heute haben wir gesiegt“ – Der 1. Mai in Usti

Am ersten Mai trafen sich in Ústí nad Labem fast alle politischen Spektren, um angesichts der Europawahl für sich zu werben. Auch 250 Nazis aus verschiedenen Ländern Europas marschierten durch die Innenstadt. Doch anders als in den vergangenen Jahren, blieben die Roma und Romnja in diesem Jahr nicht zu Hause. Zum ersten Mal gingen sie gemeinsam mit Antifaschistinnen und Antifaschisten auf die Straße, um gegen den Aufmarsch zu demonstrieren.

Proteste und Übergriffe durch organisierte Nazis gegen Roma sind seit Jahren in der Tschechischen Republik traurige Realität. Im Jahr 2013 fanden fast an jedem Wochenende und teilweise in mehreren Kommunen gleichzeitig Aufmärsche von organisierten Nazis statt. In Ceské Budejovice, Duchcov und Ostrava waren jeweils mehr als 1.000 von ihnen mit Rufen wie „Zigeuner ins Gas!“, „Zigeuner zur Arbeit!“ oder „Zigeuner abschlachten!“ unter dem Beifall von Teilen der Bevölkerung randalierend durch die Städte gezogen. Nur die Polizei konnte verhindern, dass der Mob in die Romaquartiere eindringen konnte. In dieser romafeindlichen Stimmung, die sich durch alle gesellschaftlichen Schichten zieht, organisiert die Nichtregierungsorganisation „Konexe“ aus Ústí nad Labem seit 2011 eine ganz eigene Form der Selbsthilfe. Der Organisation, welche zum großen Teil aus Roma und einer kleinen Gruppe von solidarischen Menschen besteht, geht es allerdings nicht um bessere Qualifikationen oder Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, sondern um Selbstermächtigung und Protest.

Unter dem Credo „černí, bílí, spojme síly!“ (Schwarz, weiß, vereint kämpfen!) organisiert „Konexe“ beispielsweise Antinaziproteste. Bisher hatten lokale Behörden, die Anti-Konflikt-Teams der Polizei sowie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern den Romafamilien geraten, während der Aufmärsche in ihren Häuser zu bleiben oder gar die Stadt zu verlassen. Sie sollten an ihre Kinder denken und sich ruhig verhalten. Die Botschaft dahinter: „Wir wissen, was gut für Euch ist!“. Auch gegen solche Bevormundungen wehrt sich „Konexe“ mit den Blockaden, auch wenn die Situation tatsächlich nicht immer ungefährlich ist. Dabei orientiert sich die Gruppe unter anderem an Blockadestrategien ähnlich denen des Bündnisses „Dresden Nazifrei“. Anders als bei den deutschen Antinazi-Protesten haben diese Blockaden allerdings nicht nur eine Verhinderung der Aufmärsche, sondern noch viel grundlegendere Notwendigkeiten, wie den Schutz der Häuser und die Ablenkung der Kinder und Jugendlichen, zum Ziel. Diese Selbsthilfe ist auch dringend nötig. Als im September 2011 in Varnsdorf direkt an der deutsch-tschechischen Grenze Nazis Proteste gegen die dort lebenden Roma-Familien initiierten, wurde schnell klar, dass die Attackierten mit diesem Problem allein sind. Statt sich sich mit den Roma zu solidarisieren, beteiligten sich auch etliche Menschen aus der Nachbarschaft an den Naziaktionen.

Auch „Konexe“ als Organisation steht im Fokus der Nazis. So erst hatten im März diesen Jahres etwa 200 Nazis in Duchcov gegen die Organisation protestiert. Hier hatte die DSSS (Dělnická strana sociální spravedlnosti) mit ihrem Vorsitzenden Tomáš Vandas zum Protest gegen „Konexe“ aufrufen, da die Organisation für die „heiße Phase“ des Europawahlkampfes die Plätze rund um das Roma-Viertel durch Demonstrationsanmeldungen „reserviert“ hatte. Mit dieser Strategie soll verhindert werden, dass es in Duchcov wieder zu ähnlichen Ausschreitungen kommt, wie im Jahr zuvor

Seit einigen Jahren und vor allem im Zuge von Wahlkämpfen agieren Nazis getreu dem Motto "Eine Idee sucht Handelnde!" und forcieren mit einigem Erfolg ein offenes und brutales Vorgehen gegen Roma. Wehren sich Einzelne gegen Übergriffe, ist dies ein willkommener Anlass für neue Hassmärsche. Federführend bei den Protesten ist dabei mit der DSSS jene Partei, die schon im vergangenen Jahr unter dem Motto „Radikal. Sozial. National“ oder „Europa, jung und revolutionär“ regelmäßig rechte Aufmärsche und Kundgebungen angemeldet hatte. Die Zusammenarbeit mit der deutschen Naziszene klappt dabei immer besser, so wurde bereits zum zweiten Mal unter dem Motto „Ein Licht für Dresden“ in Karlovy Vary ein geschichtsrevisionistischer „Trauermarsch“ als Ersatz für den in diesem Jahr ganz ausgefallenen Aufmarsch durchgeführt.

Etwa 250 Neonazis waren in Ústí nad Labem am 1. Mai dem Aufruf der DSSS gefolgt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus Tschechien, der Slowakei, Italien und Deutschland. Aus Sachsen waren etwa 40 Nazis angereist, die Chemitzer NPD-Stadträtin Katrin Köhler sprach auf der Veranstaltung. „Konexe“ schaffte es an diesem Tag, etwa 180 Roma aus dem Armenviertel Předlice für eine Gegendemonstration zu gewinnen. Diese Form der Gegenwehr ist für viele Roma neu, das weiß auch Ivanka Conková: „Die Roma müssen aus der Opferrolle heraustreten“. Um die politische Isolation zu überwinden, hat sich „Konexe“ auch in antifaschistischen Kreisen und bei der Grünen Partei Tschechiens Unterstützung gesucht. Gemeinsam mit der Initiative „Ne Rasismu!“ protestierten auch andere antifaschistische Gruppen aus Prag und Ústí gegen den Aufmarsch. Zur Unterstützung waren außerdem Menschen aus Sachsen angereist. „Die systematische Unterdrückung und Missachtung, die sich Roma in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens gefallen lassen müssen, muss ein Ende haben“, forderte Conková am Wochenende Wochenende gegenüber coloRadio Dresden. In der gemeinsamen Gegenwehr gegen Nazis sieht sie einen ersten Schritt, sich auch in anderen Bereichen zu wehren. Über den Verlauf der Gegendemonstration zieht Miroslav Brož Miroslav Brož ein positives Fazit: „Heute haben wir gesiegt“.

Weiterer Artikel: Roma in Tschechien: Der Kampf gegen den Hass

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Grenzenlose Solidarität statt beschränktem Nationalismus!

Aufruf zur Beteiligung an den Protesten gegen den Naziaufmarsch am 1. Mai in Ústí nad Labem

In den letzten Jahren gab es immer wieder Proteste und Übergriffe durch organisierte Nazis gegen Rom_nja in der Tschechischen Republik. Im Jahr 2013 fanden fast an jedem Wochenende und teilweise in mehreren Kommunen parallel Aufmärsche statt. Viele Einwohner_innen der Gemeinden beteiligten sich an den „Hassmärschen“. Bereits am 15.02.2014 begann die „Saison“ für die Neonazis wieder.

Auch deutsche Nazis wie das „Freie Netz Süd“ mobilisieren regelmäßig für Events in Tschechien. Im Zuge des anstehenden Europawahlkampfes hat die tschechische Neonazipartei DSSS schon einige Veranstaltungen angekündigt. Unter anderem will sie am 1. Mai eine Demonstration im nur 60 Kilometer von Dresden entfernten Ústí nad Labem durchführen, für die auch freie Kräfte in Tschechien mobilisieren. Als Redner sind bereits Tomáš Vandas, Parteichef der DSSS, wie auch Paul Rzehaczek aus Leipzig, Vorsitzender der JN Sachsen, angekündigt; weitere „Gäste“ sollen in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden. Offiziell rechnet die DSSS mit ca 500 Teilnehmer_innen, die unter dem Motto „Die Zukunft gehört der tschechischen Krone, nicht dem Euro“ demonstrieren werden. Obwohl sich die Demonstration diesmal nicht direkt gegen Rom_nja richtet, besteht eine reale Gefährdung, da sie nur 200 Meter entfernt von mehrheitlich von Rom_nja bewohnten Häusern vorbeiführen soll.
Während in der Region um Ústí Gegenproteste bisher nur von kleineren Gruppen und vor allem den Rom_nja selbst getragen wurden, wird in Ústí gerade eine neue Strategie versucht. Im Bündnis mit verschiedenen zivilgesellschaftlichen Gruppen wird unter anderem über die Möglichkeiten von größeren Blockaden diskutiert – in jedem Fall sollen die Proteste gemeinsam organisiert werden. Im Vorfeld findet bereits eine öffentliche Diskussionsveranstaltung statt, in der unter anderem auch über die Erfahrungen mit dem 13. Februar in Dresden berichtet wird. Unsere Solidarität darf nicht an der Staatsgrenze enden, deshalb wollen wir die Proteste am 1. Mai in Ústí solidarisch unterstützen.

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Artikel der Soligruppe in Analyse und Kritik (ak 593) vom 15.04.2014

Antifaschistische Selbsthilfe

International: Mit Blockaden wehren sich Roma und AntifaschistInnen gegen Neonazis in der Tschechischen Republik

Von der Soligruppe gegen Antiromaismus Dresden

Proteste und Übergriffe durch organisierte Nazis gegen Roma sind seit vielen Jahren in der Tschechischen Republik Realität. Im Jahr 2013 fanden fast an jedem Wochenende und teilweise in mehreren Kommunen gleichzeitig Aufmärsche statt. In Ceske Budejovice, Duchcov und Ostrava gingen im Mai 2013 jeweils mehr als 1.000 Neonazis auf die Straße. Unter Rufen wie »Zigeuner ins Gas!«, »Zigeuner zur Arbeit!« oder »Zigeuner abschlachten!« erhielten sie von umstehenden AnwohnerInnen Unterstützung. Nur die Polizei verhinderte, dass der Mob in die Häuser der Roma eindrang. Während dieser »heißen Phase« der Proteste starb der Rom Ivan Jarka (46) durch 21 Messerstiche, als er von Nazis attackierten Jugendlichen zu Hilfe eilte.

In diesem romafeindlichen Umfeld organisiert die Nichtregierungsorganisation Konexe aus Usti n. L. seit 2011 eine ganz eigene Form von Selbsthilfe. Die Organisation besteht zum großen Teil aus Roma und solidarischen AntifaschistInnen. Dabei geht es nicht um eine bessere Qualifikation oder Arbeitsbeschaffung für Roma. Unter dem Motto »černí, bílí, spojme síly!« (Schwarz, weiß, vereint kämpfen!) organisiert Konexe Antinaziproteste und orientiert sich dabei an Blockadestrategien, wie sie etwa durch Dresden Nazifrei! angewandt wurden.
Und diese Form der Selbsthilfe ist dringend nötig. Als im September 2011 in Varnsdorf direkt an der deutsch-tschechischen Grenze Neonazis Proteste gegen die dort lebenden Roma-Familien initiierten, wurde schnell klar, dass die Attackierten allein sind. NachbarInnen solidarisierten sich nicht, sondern beteiligten sich an den Naziaktionen.
Vorgänge dieser Art ließen sich seitdem in vielen Orten Tschechiens beobachten. Sie sind offener Ausdruck einer antiromaistischen Stimmung, die im ganzen Land dominiert. Antiromaistischer Populismus wird dabei von allen Schichten bedient, auch den gesellschaftlichen Eliten. Im Zuge des neoliberalen Umbaus der osteuropäischen Länder in den 1990er Jahren veränderte sich das gesamte soziale Sicherungssystem hin zu einer Aktivierungspolitik, die soziale Ungleichheiten komplett individualisiert.
Das Modell des aktivierenden Sozialstaats trifft vor allem Roma, die durch den Zusammenbruch ganzer Industriezweige und einer massiven Schrumpfung des Arbeitsmarktes nicht mal mehr Hilfsjobs finden. Aktivierung – also ein anderes Wort für »Druck ausüben« – führt zu Kürzungen sozialer Leistungen, Verelendung und Segregation vieler Roma.
Nur selten stellen sich PolitikerInnen auf ihre Seite. Die Aufforderungen der EU an die tschechischen Regierungen vor allem an der Schulpolitik für Roma-Kinder etwas zu ändern, scheitert am Willen zur Umsetzung. Die Regierungsparteien wollen wiedergewählt werden. Weiße Eltern protestieren massiv gegen die Schließung der »Förderschulen«, in denen fast ausschließlich Roma-Kinder unterrichtet werden. PolitikerInnen bedienen dann das Ressentiment von »behinderten« und »zurückgebliebenen« Roma, um das segregierte Schulsystem zu rechtfertigen. Hier vermischen sich Rassismus und neoliberales Denken und führen zu einer Ethnisierung von Armut und Unterschicht.
Seit einigen Jahren, vor allem im Zuge von Wahlkämpfen, forcieren Neonazis mit einigem Erfolg ein offenes und brutales Vorgehen gegen Roma. Im Jahr 2013 meldete hauptsächlich die DSSS (Dělnická strana sociální spravedlnosti), die »Arbeiterpartei« mit ihrem Vorsitzenden Tomáš Vandas, solche Demonstrationen an. Unter dem Motto »Radikal. Sozial. National« oder »Europa, jung und revolutionär« veranstaltete sie zuletzt Ende 2013 eine Kundgebung in Prag. Mit dabei als RednerInnen waren Mitglieder der Jungen Nationaldemokraten, der Jugendorganisation der NPD. An diesen sogenannten Hassmärschen beteiligen sich aber auch autonome Gruppen wie Czech Lions oder die Svobodná mládež (Freie Jugend).
In den kommenden Wochen ist wieder mit antiromaistischen Aufmärschen zu rechnen, denn das Mobilisierungspotenzial ist hoch und wird medial angeheizt. Rechten Parteien wie der DSSS werden inzwischen deutlich mehr Chancen zugesprochen, bei den anstehenden Europawahlen Sitze im EU-Parlament zu gewinnen. In dieser Situation ist davon auszugehen, dass Neonazis sich wieder vor Häusern, in denen Roma leben, postieren werden. Auch Konexe steht dabei im Fokus. Erst Ende März protestierten 150 Neonazis in der Kleinstadt Duchcov gegen die Organisation, diesmal allerdings ohne Beteiligung der EinwohnerInnen und ohne Ausschreitungen wie im Jahr 2013.

Die Soligruppe gegen Antiromaismus aus Dresden steht im Austausch mit AktivistInnen von Konexe und Ne Rasismu! in Usti. Aktuelle Informationen: http://namf.blogsport.de

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Veranstaltungen

** Roma Pride
** Workshop: Antiromaismus in Deutschland – Öffentliche Wahrnehmung und Interventionsmöglichkeiten
** Mobivortrag für die Gegenproteste zur Nazidemo am 1. Mai in Ústí nad Labem
** Antifascist HipHop Solidarity Jam

Lety Gedenken Dezember 2014

Link

Roma Pride

Am 04.10.2014 findet in Prag eine Roma – Pride statt.
Den ganzen Tag über gibt es verschiedene themenspezifische Veranstaltungen und wir wollen aus Dresden anreisen.
Unser Ziel ist es um 13Uhr an der Demonstration teilzunehmen.
Darum treffen wir uns 7.30 Uhr vor dem Bahnhof Neustadt, um gemeinsam nach Prag zu fahren.
@FB

RomaP

Antiromaismus in Deutschland – Öffentliche Wahrnehmung und Interventionsmöglichkeiten

Workshop am 21.06.2014, 11.00 Uhr bis 16.00 Uhr im Herbert-Wehner-Saal, Könneritzstraße 5, Dresden.

Antiromaistische Stereotype sind in Deutschland nach wie vor massiv präsent und werden in der öffentlichen Debatte von verschiedensten Akteur_innen bedient. Wir wollen in diesem Workshop an aktuellen Beispielen antiromaistische Denkmuster erkennen lernen und gemeinsam überlegen, wie wir ihnen im öffentlichen Diskurs Paroli bieten können. Wenn Du/Sie an dem Workshop teilnehmen möchten, bitte schreib/schreiben Sie uns eine email solidarity_not_charity@riseup.net.

Anti-Romaism in Germany – Public awareness and means of intervention (Workshop)

June 21st, 11am -4pm, Herbert-Wehner-Saal, Könneritzstraße 5

Anti-Roma stereotypes are still widespread in Germany and variously supported. Based on recent examples, this workshop strives to learn to recognise anti-Roma patterns of thinking and to find a way to stand up to them in public discourse together. If you like to take part in the workshop, please send an email to solidarity_not_charity@riseup.net

Artikel auf addn.me

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Do., 17.4., AZ Conni: Mobivortrag für die Gegenproteste zur Nazidemo am 1. Mai in Ústí nad Labem


In den letzten Jahren gab es immer wieder Proteste und Übergriffe durch organisierte Nazis gegen Rom_nja in der Tschechischen Republik. Im Jahr 2013 fanden fast an jedem Wochenende und teilweise in mehreren Kommunen parallel Aufmärsche statt. Viele Einwohner_innen der Gemeinden beteiligten sich an „Hassmärschen“. Bereits am 15.02.2014 begann die Saison für Neonazis wieder. Auch deutsche Neonazis wie das „Freie Netz Süd“ mobilisieren für Events in Tschechien. Im Zuge des anstehenden Europawahlkampfes hat die tschechische Neonazipartei DSSS schon einige Veranstaltungen angekündigt. Unter anderem will sie am 1. Mai eine Demonstration im nur 60 Kilometer von Dresden entfernten Ústí nad Labem durchführen. Dagegen formieren sich verschiedene zivilgesellschaftliche Gruppen, deren Aktionen wir unterstützen wollen. In der Veranstaltung wollen wir diese vorstellen und gemeinsam diskutieren, wie wir Unterstützung für die betroffenen Rom_nja in Tschechien leisten können

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Antifascist HipHop Solidarity Jam

In den letzten Monaten nahm die gewaltvolle Stimmung gegen Rom_nja in der Tschechischen Republik beängstigende Ausmaße an. Sogenannte Hassmärsche in Duchcov bei Teplice, in Varnsdorf, Ceské Budejovice und vor allem in Ostrava zeigen, wie angespannt die Situation ist. Im Oktober 2013 wurde in der Tschechischen Republik ein neues Parla- ment gewählt. Die Zeit des Wahlkampfes nutzten vor allem die neonazistische Partei DSSS und andere Nazis, um den ohnehin gesellschaftlich verbreiteten Antiroma- ismus mit rassistischen Aktionen vor Rom_nja-Wohnquartieren offen zu propagieren. Nicht selten kam es dabei zu Übergriffen auch aus der Mehrheitsgesellschaft. Rom_nja werden nicht nur in der Tschechischen Republik offen angegriffen und strukturell dis- kriminiert. In vielen Ländern Europas müssen sie zu Niedrigstlöhnen arbeiten, werden vom Schulbetrieb und vom Wohnungsmarkt ausgeschlossen und körperlich attackiert. Gegen diese offene und strukturelle Diskriminierung organisieren sich Rom_nja-Aktivist_innen und Unterstützer_innen.

Zu Gast ist Miroslav Brož (Usti) von der tschechischen NGO Konexe, der ihre Antidiskriminierungsarbeit in der Tschechischen Republik vorstellt. Im Anschluss findet ein HipHop-Jam statt.

08.Februar 2014
19h Vortrag
21.30h Konzert
Fakné (Feminist Hip Hop/Prag; CZ)
de la negra (Antifascist Hip Hop/Krupka; CZ)

Dj* Shannon Soundquist (female and feminist mc-ing//hip hop, indie hip hop, queer rap, zeckenrap, grime, bass music, acid ragga, carioca bass, electro-hop)
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