Archiv für Februar 2015

28.2.2015, 14 Uhr, Theaterplatz – Demonstration „Solidarity with the Refugees, for a better life together“

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Am 28.2. werden in Dresden Geflüchtete das Wort erheben und sich für die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen und gegen ihre strukturelle Marginalisierung einsetzen. Das namf unterstützt mit zahlreichen weiteren SupporterInnen die Geflüchteten vom Asylum Seekers Movement und der Eritrean Community Dresden.

Wir rufen euch dazu auf: Erklärt euch solidarisch mit den Geflüchteten! Kommt zur Demo, oder unterstützt sie auch schon vorher. Es gibt zahlreiche Aufgaben zu übernehmen (Mobimaterial verteilen, Ordner,…), auch finanzielle Unterstützung wird weiterhin benötigt. Alle Infos findet ihr auf www.feb28.net

Wenn ihr Aufgaben übernehmen wollt, kontaktiert mobi@feb28.net

DER AUFRUF DER GEFLÜCHTETEN

Liebe Menschen in Deutschland,

seit mehreren Wochen gehen in Deutschland über 100.000 Menschen gegen Gruppierungen wie „Pegida“, gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus auf die Straßen. Das ist sehr ermutigend. Wir könnten auf dieser Welt zusammen leben, in gegenseitiger Achtung der unterschiedlichen Herkunft, des Geschlechts, der Religion, der sexuellen Orientierung und der Hautfarbe. Das Recht auf Asyl ist ein hohes Gut, dass geschützt und verteidigt werden muss.

Gegenseitiger Respekt und Zusammenhalt sind ein gemeinsames Anliegen von Flüchtlingen und Bevölkerung, um bessere Lebensbedingungen für alle zu schaffen und um Freiheit und Demokratie zu verteidigen. Wir Asylsuchende möchten dazu beitragen, die Situation in Deutschland zu verbessern. Wir möchten mit den Menschen in Deutschland das Gespräch suchen, unsere Geschichten erzählen und unsere jetzigen Lebensumstände näher bringen.

Wir kommen aus Ländern in denen Krieg herrscht, wie in Syrien, im Irak oder der Ukraine; aus Ländern wo Kritik an der Regierung mit Folter und Tod bestraft wird, wie in Eritrea, im Iran oder in Afghanistan. Wir kommen aus Gebieten voller Umweltkatastrophen, wo Wohnungen zerstört sind, es kaum Trinkwasser gibt und Hunger herrscht, wie in Äthiopien oder den Philippinen. Niemand verlässt gerne seine Heimat, seine Familie und Freunde. Aber die Situation in unseren Heimatländern bringt uns dazu. Wir haben sie nicht ausgelöst!

Was sind die Ursachen und wer sind die Verursacher? Die Kriege werden um Rohstoffe, um Machteinfluss und um Transportwege geführt. Diese Kriege sind international. An ihnen ist auch der Westen beteiligt. Globale Unternehmen profitieren von diesen Kriegen. Mit Waffenlieferungen werden hohe Profite erzielt. Deutschland ist in 11 Ländern an Kriegen beteiligt und ist drittgrößter Waffenlieferant der Welt. Gerade deshalb müssen Waffenlieferungen gestoppt werden, um die Ursachen von Flucht und Vertreibung zu bekämpfen. Keine deutschen Truppen ins Ausland! Keine Sicherheitskooperation mit Diktaturen!

Viele Konzerne und Banken erzielen Profite, aber Mensch und Natur interessieren sie nur, wenn sie ausgebeutet werden können. Die globale Wirtschaft zerstört die Lebensgrundlagen von Bauern und Fischern. Gleichzeitig werden viele dieser Menschen an der Flucht gehindert. Europa schottet sich ab. Statt zu helfen, wurden die EU-Gesetze noch verschärft und führen dazu, dass führerlose Schiffe auf dem Meer treiben. Die EU-Politik erklärt uns Flüchtlinge für illegal und deshalb werden wir wie Kriminelle behandelt.

Aber wir sind Menschen wie ihr. Wir verdienen die gleichen Rechte wie deutsche Bürger, damit wir uns an der Gesellschaft auch gleichberechtigt beteiligen können. Wir verdienen eine menschenwürdige Behandlung und demokratische Rechte. Wir würden gerne arbeiten und unseren Lebensunterhalt selbst verdienen. Doch das wird uns verwehrt. Wir würden gern in normalen Wohnungen leben und uns frei bewegen können. Die Situation in den Lagern und Heimen ist katastrophal und für viele ein Schock, da Menschen aus unterschiedlichsten Ländern auf engstem Raum zusammen leben und Konflikte aus den Heimatländern in den Lagern aufeinanderprallen.
Auf Grund unserer Erfahrungen als Asylsuchende haben wir deshalb konkrete Forderungen:

- Gleiche demokratische Rechte und nicht nur gleiche Pflichten

- Keine Kriminalisierung von Flüchtlingen

- Zusammenleben aller Familienmitglieder und Verwandten

- Schnellerer Bearbeitung und schnellere Bestätigung unserer Asylanträge

- Unterbringung in geeigneteren Unterkünften – Wohnungen statt Lager

- Bessere Integration durch Deutschkurse von Beginn an

- Das Recht eine Arbeit aufzunehmen von Beginn an

- Abschaffung der Residenzpflicht für alle Flüchtlinge

- Gleichbehandlung aller Flüchtlingen

- Keine Abschiebungen im Winter! Keine Abschiebegefängnisse! Keine Abschiebungen in Länder mit inhumanen Lebensbedingungen.

Wir bitten euch, unterstützt uns dabei, unsere Forderungen in die Öffentlichkeit zu tragen.
Kommt am 28. Februar 2015 nach Dresden und demonstriert mit uns gemeinsam für mehr Rechte für Flüchtlinge!

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NPD-Demo gegen Geflüchtete in Meißen – Donnerstag, 19.2.2015

„Die NPD hat für diesen Donnerstag,19.2. 18-20 Uhr, auf dem Robert-Koch-Platz eine Kundgebung gegen die Flüchtlingsnotunterkunft in Meißen angekündigt.
Der Kundgebungsort ist 300m von der Mehrzweckhalle der Meißner Verwaltungshochschule entfernt, in der Flüchtlingsfamilien aus u.a. Syrien, Iran, Irak und Kosovo notuntergebracht sind. Darunter viele
Kleinkinder und einige schwangere Frauen.
Das Bündnis „Buntes Meißen“ wird spätestens am Mittwoch Infos zur Gegenaktion veröffentlichen: http://buntes-meissen.de/
In der Region gibt es nicht viele, die sich Nazis entgegenstellen. Unterstützung aus Dresden wäre wünschenswert.“
(Quelle: Dresden Nazifrei)

Demonstration for a humane asylum politics and the rights of refugees – Monday, 16th of February, 5pm, Goldener Reiter (Hauptstraße) Dresden

„We are here today because of the current events and situation in Dresden, Saxony and Germany. On the 15. of February hundreds of Neonazis marched through the city. Right now PEGIDA is again having a demonstration in the city. Migrants, people of color, asylum seekers and other people are still afraid to leave their apartments or visiting parts of the city when its dark. That is why we are here to today: We show our solidarity with refugees, with people of color and migrants, and with the supporting people here and elsewhere.

Racism has become a daily experience for many people here and other parts of Saxonia. It is not a new phenomenon, though. Since years Saxonia has been the center of racist and neofacsist movements and groups terrorizing people for ethnic or political reasons. Still a lot of people where suprised by PEGIDA and the hatred that has increased since last autumn. We have heard several times that people who might not fit in the saxonian white identity are confronted with attacks and insults every day. The  reason for that is: A racist atmosphere encourages violent attacks  beacause people feel the right to do so in the name of their „Volk“.

However, PEGIDA did not invent this special atmosphere, and it is certainly not the only thing that brings these people together every monday: The politics of the Christ-democratic union that governs Saxonia since 25 years has used ressentiments and prejudices against foreigners and certain groups of people in our society, especially asylum seekers, for their politics. When did we ever hear a positive and supporting statement pro refugees? We certainly have heard a deep sympathy for the so called German Angst and the litte people in Saxonia. We have heard the offer for a dialogue to the pegida movement, but we never did hear anything like that to refugees and asylum seekers. What a shame!

The death of Khaled probably was not a racist attack. But, would have anybody wondered if the killing was a racist hate crime? We don‘t think so! We still do not know what exactly happened but we want to make sure that Jorge Gomondai, Marwa el Sherbini and the other victimes of hate crimes will show everbody in Dresden and Saxonia: We have a problem with racism, with hate crimes and with german people and politicians who think that some of us are more valuable than others.

And because of that we demand unconditional solidarity with the refugees. When people become victims of racist violence and insults, when people are afraid to leave the house on monday nights, then it is time to condemn this and to start to get active. A lot of people and groups gathered in the last months and decided that it is time to do something. That is something we welcome. But it is necessary to fight the ideas that enable pegida and other racist movements. We are not here to fight people, but that special german ideology.

The worries of refugees, of people of color and migrants are real. But it is not enough to have big talks on a saturday afternoon or to write nice articles in the newspapers. It sometimes seems like people here worried about the good image of the city instead of the refugees fears. However, those who take this serious have to start doing something: Stop the deportations, especially in winter, establish good receptions conditions, take care of good and safe aparments and social workers, and a good medical health – and guarantee the peoples protection and safety. There are several things to do and this is quite known for years now. It is the governments and the cities duty to take care of all the people in Saxonia with their special needs and not just a few a them. Democracy does not mean to help the majority but to support and protect a minority.

That is why we want to stand behind the refugees demands here in Dresden and also german wide and in europe:
1. Stop the killing at the european borders. Give refugees the protection they need and legal ways to come to europe.
2. Stop the criminilisation of refugees and asylum seekers, stop racial profiling and the talk about „Flüchtlingsströme“ or security problems because of to many refugees.
3. Stop the exploitation of asylum seekers: Work prohibtions makes people depend on undocumented work with less labor rights and will help anybody. Work permissions from day one for everybody!
4. Guruantee free movement and a self-determined life in any european country. Asylum seekers are no 2nd hand human being. Same rights and same duties.
5. Ensure a fair asylum procedure with the family and in the country of choice. Stop the Dublin regulation!
6. Fight racism and german nationalism and protect the people who suffer from that.

Show your solidarity! We are angry, but we are not alone. Refugees are welcome! Racism is not!