Archiv für September 2014

Roma Pride in Prag

Am 04.10.2014 findet in Prag eine Roma – Pride statt.
Den ganzen Tag über gibt es verschiedene themenspezifische Veranstaltungen und wir wollen aus Dresden anreisen.
Unser Ziel ist es um 13Uhr an der Demonstration teilzunehmen.
Darum treffen wir uns 7.30 Uhr vor dem Bahnhof Neustadt, um gemeinsam nach Prag zu fahren.
@FB

RomaP

Serbien, Bosnien und Mazedonien sind keine sicheren Herkunftsländer!

Gemeinsame Presseerklärung von Romano Sumnal e.V. (sächsischer Romaverein, Leipzig), Solidaritätsgruppe gegen Antiromaismus (Dresden) und Leipzig Korrektiv (Leipzig)
18. September 2014

Serbien, Bosnien und Mazedonien sind keine sicheren Herkunftsländer!

Am heutigen Freitag entscheidet der Bundesrat über eine Änderung des Asylrechts, durch die Bosnien-Herzegowina, Serbien und Mazedonien zu „sicheren Herkunftsländern“ erklärt werden sollen. Diese Änderung würde es möglich machen, Asylsuchende aus den genannten Ländern pauschal abzuschieben, ohne ihre Anträge zu prüfen. Leidtragende werden in erster Linie Roma sein.

Zahlreiche Gutachten und Reportagen1 haben in den letzten Monaten gezeigt, dass die Länder des Westbalkans keinesfalls sicher für die dort lebenden Roma sind. Sie sind rassistischen Übergriffen ausgesetzt, haben keine Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt und sind in Politik wie Verwaltung unterrepräsentiert. Roma, die oft jahrzehntelang in Deutschland gelebt haben und nun dorthin abgeschoben wurden, stehen meist vor dem Nichts.

Aber darum ging es bei der Entscheidung von CDU, CSU und SPD auch nicht. Die Verschärfung des Asylrechts ist Folge einer medialen Hetzkampagne gegen „Sozialtourismus“ und „Asylmissbrauch“, die antiromaistische Stereotype aufgreift und bedient. In Wahlkämpfen wird mit diesen Stimmung gemacht, anstatt sie zu bekämpfen. Dabei sind die Zahlen alarmierend: Ein Drittel aller Deutschen äußerte in einer Studie, die von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes herausgegeben wurde, dass sie Roma als Nachbarn „eher oder sehr unangenehm“ fänden.2

„Die Bundesregierung muss sich ihrer Verantwortung endlich bewusst werden und die Europäischen Roma im Kampf um ihre Rechte unterstützen anstatt mit Gesetzesentwürfen, wie dem aktuellen, nur weiter an der Unterdrückung der Menschen zu arbeiten“, erklärt Gjulner Sejdi, Vorsitzender des sächsischen Romavereins Romano Sumnal e.V.“

Sandra Meier von der Dresdner Solidaritätsgruppe gegen Antiromaismus appelliert: „Wir fordern die sächsische Staatsregierung auf, dem Gesetz nicht zuzustimmen. Asylsuchende aus Serbien, Mazedonien und Bosnien kommen nach Deutschland, weil sie dort nicht sicher sind. Außerdem fordern wir die sächsischen Grünen auf, auf ihre Parteikolleg_innen in anderen Bundesländern einzuwirken, dass sie dem Gesetz nicht zustimmen.“ Meier weiter: „Gegen antiromaistische Einstellungen in der Gesellschaft muss mehr getan werden.“

1Für einen ersten Einstieg: http://www.alle-bleiben.info/sichere-herkunftslaender-ein-schlag-ins-gesicht-fuer-verfolgte-roma/ ; http://www.proasyl.de/de/presse/detail/news/von_wegen_sichere_herkunftsstaaten/

2http://www.spiegel.de/politik/deutschland/roma-und-sinti-studie-ueber-antiziganismus-in-deutschland-a-989616.html

Haarsträubender Vorfall im Lidl

Wenn 11 Cent wichtiger als ein menschliches Leben sind

Eine Frau ging in der Woche vom 25. August 2014 morgens zu Ihrer Frauenärztin, weil sie schwanger war und nachprüfen wollte, wie die Schwangerschaft verlief. Alles war in Ordnung, die Gynäkologin verordnete ihr allerdings jegliche Stressvermeidung. Anschließend entschied sie sich mit ihrem anderen Kind im Kinderwagen in den Lidl am Hauptbahnhof in Dresden zu gehen. Sie wollte einkaufen.

Im unteren Teil des Kinderwagens befand sich eine bereichts gekaufte und abgenutzte und vom Kind abgekaute kleine Wasserflasche, die mit Leitungswasser gefüllt war. Als sie an der Kasse zum bezahlen ihres Einkauf ankam, wurde sie des Diebstahls beschuldigt. Ihr wurde eine Anzeige angedroht. Da sie nur wenig Deutsch sprechen kann und sich nicht ausreichend verständigen konnte, brach sie in Tränen aus. Die anwesenden Kunden*innen versuchten die Situation zu klären, was ihnen aber nicht gelang. Die Security und das Personal redete aggressiv auf sie ein. Schließlich entschied sie sich die Schuld auf sich zu nehmen und die 11 Cent für die Flasche zu bezahlen und ging anschließend aufgelöst nach Hause.

Im Laufe des Tages hatte sie erhebliche Blutungen und am nächsten Tag wurde der Tod ihres ungeborenen Babys von der Gynäkologin festgestellt. Ob dieses Erlebnis ursächlich dafür war, ist nicht ganz klar. Förderlich war es auf keinen Fall und das Vorgehen des Personals bei Lidl sehr unverhältnismäßig. Offensichtlich haben rssistische Ressentiments des Personals zu dem Tod ihres Babys erheblich beigetragen.

Wir verurteilen diese menschenfeindliche Handlungen seitens des Lidl-Personals und fordern rechtliche Konsequenzen. Außerdem bitten wir Zeug*innen des Vorfalls, sich bei uns zu melden.