PM zu der Kundgebung und abendlichen Diskussion am 20. März

*Eine Willkommensgesellschaft ohne die Willkommenen*

Das Netzwerk Asyl Migration Flucht (NAMF) kritisiert den Ausschluss der Beteiligten aus der
Integrationsministerkonferenz in Dresden.
Aus diesem Grund mobilisierte das Netzwerk am Mittwoch Nachmittag zu einer Kundgebung am
Goldenen Reiter, in Sicht und Hörweite des Veranstaltungsortes der Konferenz. Es nahmen ca. 100
Personen teil, darunter auch zahlreiche in Dresden lebende, geflüchtete Personen.
Redebeiträge von Geflüchteten aus Dresden und Heidenau sowie VertreterInnen von Ausländerrat
und Flüchtlingsrat verdeutlichten die Situation und Bedürfnisse von Asylsuchenden, deren
InteressenvertreterInnen bei der Integrationsministerkonferenz ausgeschlossen waren.
„Sachsen hat erheblichen Nachholbedarf, wenn es um die Partizipation von Migrantinnen und
Migranten an der Gesellschaft geht“ konstatiert Veranstalter Max Schiller vom NAMF.
„Sozialministerin Clauß, die für Ihre restriktiven Positionen zum Bildungs- und
Arbeitsmarktzugang bekannt ist, muss sich daran messen lassen, ob sie es tatsächlich vermag, eine
weltoffene Gesellschaft in Sachsen zu fördern. Abseits von Positionspapieren, in denen die
Forderungen von MigrantenvertreterInnen keine Berücksichtigung finden, erscheint der Begriff
„Integration“ zunehmend als hohle Phrase, die nichts an der Situation von MigrantInnen und
Geflüchteten ändert“, so Schiller weiter.
So war der Integrationsbegriff auch am Abend Thema einer Podiumsdiskussion, auf der
verschiedene AkteurInnen ihre Positionen mit den ca. 80 Gästen austauschten. Der Austausch
verdeutlichte, dass der Begriff Integration die Herausforderungen eines beidseitigen
Entgegenkommens in der Gesellschaft nicht fassen kann. „Für eine ‚Willkommensgesellschaft‘
bedarf es mehr als der Schaffung von immer neuen gut klingenden Worten wie ‚Integration‘, es
bedarf realer Partizipationsmöglichkeiten verbunden mit dem Respekt für die Menschenwürde
aller“, forderte Rex Osa von The Voice Refugee Forum, das sich für die Rechte Geflüchteter
einsetzt.
Im Rahmen der Aktionswoche des NAMF finden weitere Veranstaltungen statt, die sich kritisch mit
Zielen und Ergebnissen der Integrationsministerkonferenz auseinandersetzen. Aktuelle
Informationen zu den Veranstaltungen sind auf der Website des Bündnisses zu finden.