Pressemitteilung Netzwerk Asyl Migration Flucht

Demonstration „Wohnungen statt Heime“

250 Menschen haben am Nachmittag des 21.6. gegen die menschenunwürdige Asylpolitik in der
Stadt Dresden und in Sachsen demonstriert. Aufgerufen dazu hatte das Netzwerk Asyl Migration
Flucht (namf).

Unter dem Motto „Wohnungen statt Heime“ zogen die zahlreichen Demonstrantinnen und
Demonstranten vom Albertplatz bis zum Dr. Külz-Ring.

Bei einer ersten Kundgebung vor dem Kulturrathaus forderten sie den Stadtrat auf, die
Lebensbedingungen von Asylsuchenden Menschen und Migrant_innen mit so genanntem
„Duldungsstatus“ in Dresden zu verbessern.

Gastbeiträge aus Leipzig thematisierten die rassistischen Proteste von Anwohnern und
Anwohnerinnen im Zuge der Diskussion um die dezentrale Unterbringung von Asylsuchenden in
Leipzig, die AG Asylsuchende berichtete von den Verhältnissen aus Pirna und dem Landkreis
Sächsische Schweiz und die Initiative ‚Pogrom 91′ thematisierte die Angriffe auf
Asylsuchendenheime in Hoyerswerda im Jahre 1991. In einem Redebeitrag vor dem Kulturrathaus
äußerte sich auch ein betroffener Bewohner eines Heimes in der Neustadt/Sachsen, der von den
unmenschlichen Bedingungen für die Bewohner und Bewohnerinnen vor Ort berichtete.

Anlass für die Demonstration war die Neueröffnung eines Heimes für Flüchtlinge auf der
Großenhainer Straße in Dresden. In diesem Heim herrschen neben den üblichen restriktiven
Einschränkungen, die der Heimalltag mit sich bringt, besonders schlechte Bedingungen.
Durch die Einrichtung von 8-Bett-Zimmern wird den Bewohner_innen Privatsphäre verwehrt. Dazu
ist das Heim, wie auch andere Heime in Dresden, in einem schlechtem Zustand.

Statt der Heimunterbringung forderten die Aktivistinnen und Aktivisten von der Stadt, dass
Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Folter fliehen mussten, selbstbestimmt in eigenen
Wohnungen leben können.

Die Forderung nach politischer und rechtlicher Gleichstellung Asylsuchender beinhaltet aber auch
die Abschaffung des Asylbewerberleistungsgesetzes, der Residenzpflicht sowie einen generellen
Abschiebestopp. Von Abschiebung sind in Sachsen insbesondere Sinti und Roma betroffen, die in
vielen Staaten Europas diskriminiert, verfolgt und systematisch ausgegrenzt werden.

Das Netzwerk Asyl Migration Flucht bedankt sich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern und
bei allen Unterstützern und Unterstützerinnen.

Weitere Informationen zur Thematik sowie Aktivitäten finden sie auf der
Homepage des Netzwerkes: http://namf.blogsport.de

Für Rückfragen:

Stefan Stein
namf@notraces.net
015736858349